NaturPlus-Fischingen

ein aktiver Naturschutzverein im Hinterthurgau

herzlich Willkommen

Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann - tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde." Margaret Mead (1901-1978), US-amerikanische Ethnologin

Verein

Ziele

Das oberste Ziel des Vereins

isist die Erhaltung der Artenvielfalt in der Gemeinde Fischingen und direkt angrenzenden Gebieten. Der Verein will die natürlichen Lebensgrundlagen von Pflanzen, Tieren und Menschen schützen, pflegen und verbessern.

Die Erhaltung, Pflege und Neuschaffung von naturnahen Gebieten sind dem Verein wichtig. Dazu gehört die Pflege von stufig geschwungenen Waldrändern, das Mähen von Magerwiesen im Herbst, von Hand und in extrem steilen Hanglagen. Gras, Äste und Stauden werden zu Kleinstrukturen aufgeschichtet, Weiher werden ausgebuddelt und regelmässig werden Waldkauz-Nistkästen kontrolliert, gereinigt und repariert. Auch werden in landwirtschaftlichen Scheunen Schleiereulen-Brutkästen montiert, Reptilienburgen gebaut, blütenreiche Strasseninseln in Stand gehalten und ein Biotop mit stark gefährdeten Unken gepflegt. Regelmässig führt der Verein auch Exkursionen durch und lädt die Bevölkerung zu interessanten Vorträgen und Kursen ein.

Seit man im Jahr 2002 mit 30 Gründungsmitgliedern gestartet ist, gehört NaturPlus heute mit über 300 Mitgliedern und 25 Gönnern in der Gemeinde Fischingen bereits zu einem der grösseren Vereine. In den vergangenen Jahren wurden jährlich durchschnittlich 500 ehrenamtliche Arbeitsstunden geleistet.

Foto: ANDREAS HAAG

Gegründet am 18. November 2002

NaturPlus Fischingen ist Mitglied beim Schweizer (SVS-Birdlife) und Thurgauer Vogelschutz (TVS). Oberstes Ziel des Vereins ist die Erhaltung der Artenvielfalt in der Gemeinde Fischingen. Arterhaltung ist beinahe gleichbedeutend mit Lebensraumschutz. NaturPlus organisiert jährlich rund 10 praktische Einsätze zur Pflege, Wiederinstandsetzung und Neuschaffung von Lebensräumen für Tiere, Pflanzen und folglich auch Menschen, welche sich durch die Natur vom Alltagsstress erholen möchten.

Die Naturschutzeinsätze bieten die Möglichkeit sich im Freien körperlich zu betätigen. Es ist jedermann und jedefrau herzlich willkommen, an solchen Einsätzen teilzunehmen! Auch der gesellige Teil kommt nicht zu kurz. Im Anschluss an den Einsatz wird jeweils ein kleiner z'Vieri mit Süssmost offeriert, so dass die Heimreise ohne knurrenden Magen angetreten werden kann.


Vorstand

Der Vorstand ist für die strategische Leitung des Vereins und für die Umsetzung der vereinsrechtlichen Aufgaben verantwortlich.

Der Vorstand ist ehrenamtlich tätig.

- Niklaus Schnell, Präsident
Kontaktformular

-
Simone Monney, Kommunikation
Kontaktformular

-
Josef Schuler, Landwirtschaft
Kontaktformular

- Patrick Widmer, Finanzen
Kontaktformular

- Antje Forter, Aktuarin
NEU


Mitgliedschaft

werden Sie Mitglied

Wer Lust hat, einen Verein im Dienste der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen zu unterstützen, kann jederzeit Mitglied werden.
Sie werden gleichzeitig Mitglied beim SVS und TVS und erhalten jährlich 2 Informationsbroschüren, falls dies gewünscht wird.
(Bitte Vermerk im Mitteilungsfeld eintragen.)

Adresse:

NaturPlus Fischingen
Niklaus Schnell
Schmiedestr. 6
8374 Oberwangen

Telefon: +41 71 977 10 39
info@naturplus-fischingen.ch
Facebook

Bankverbindung:

IBAN
CH69 8080 8007 7255 9189 5

Raiffeisenbank
8374 Dussnang-Fischingen

Zugunsten:
1467691 81381
NaturPlus Fischingen

Konto:
85-1250-1

Vermerke:
Jugend: Fr. 5.–
Einzel: Fr. 25.–
Familien: Fr. 40.–
Gönner: frei


Kontaktformular

Mitliedschaft Verein NaturPlus Fischingen


JAHRESBERICHT 2021

Liebe Mitglieder

Am Mittwoch, 08. Juni 2022, findet im evangelischen Kirchgemeindehaus um 19.30 Uhr unsere HV mit den folgenden Traktanden statt:

Begrüssung /Präsenzliste/Stimmenzähler
Protokoll HV 2021
Jahresbericht 2021
Jahresrechnung 2021 / Budget 2022
Wahlen des Vorstandes
Jahresprogramm 2022

Anregung, Wunsch, Allgemeine Umfrage
Anschliessend um ca. 20.30 Uhr wird uns Ewgeni Obreschkow eine Multi-Media-Show über "Die Faszination der Sterne" [1 461 KB] zeigen.

Protokoll

Das Protokoll der Vorjahresversammlung wird eine halbe Stunde vor der Versammlungseröffnung aufliegen.

Mitgliederbeiträge

Die Mitgliederbeiträge sind gegenüber dem Vorjahr unverändert:Einzelmitgliedschaft: 25.-Familienmitgliedschaft: 40.-Jugendmitgliedschaft (bis 16 J.): 5.-
Bitte bezahlen Sie den Beitrag (steuerabzugsfähig) bis Ende Sept.
auf PC-84-368-1 ein. - Herzl. Dank!



JAHRESBERICHT 2021



Schulklassen und Firmen leisten wertvolle Naturschutz-Einsätze

Entgegen der gewohnten Regel möchte ich für einmal nicht von unseren Tätigkeiten berichten - dies mögen
die Fotos im zweiten Teil aufzeigen - sondern von den Tätigkeiten, die sich in unserer Kulturlandschaft vor
unserer Haustüre Tag für Tag abspielen, was auf unsere Naturschutz-Tätigkeiten einen enormen, direkten und
nicht zu unterschätzenden Einfluss ausübt (Isolationstod von Populationen).
Zitieren möchte ich einige Facts von AGROSCOPE Science, dem Kompetenzzentrum des Bundes für
landwirtschaftliche Forschung, mit dem Thema «Bestäubung von Kulturpflanzen durch Wild- und Honigbienen in
der Schweiz - Bedeutung, Potential für Ertragssteigerungen und Fördermassnahmen» Nr.127 / 2021.

1. FAZIT:
Je höher die Artenvielfalt (Biodiversität), desto mehr Ertrag in der Landwirtschaft
Eine Untersuchung mit Agroscope-Beteiligung von insgesamt mehr als 100 WissenschaftlerInnen an
weltweit 1500 Standorten kam zum Schluss, dass der Mensch für eine möglichst grosse Biodiversität
sorgen müsste,
um sich die Gratis-Dienstleistungen der Natur nachhaltig sichern zu können.
Die Natur bietet viele Dienstleistungen für die Landwirtschaft:

a) Bestäubung b) Schädlingsregulierung c) Gewässerschutz d) stabile Erträge.

Wildbienen
bestäuben Obstbäume und andere Nutzpflanzen. Schlupfwespen und
Raubkäfer fressen Schädlinge. Dazu kommen viele weitere Tierarten, die zum Nutzen
der Menschen aktiv sind (z.B. Regenwürmer, Dungkäfer)

Die positiven Effekte der natürlichen Dienstleister fallen umso grösser aus, je höher die
Artenvielfalt und je kleinstrukturierter die Agrarlandschaft gestaltet ist.
Wo dagegen riesige,
monoton bepflanzte Flächen vorherrschen, sind biologische Schädlingsregulierung und
Bestäuberleistung
deutlich verringert, was sich negativ auf die landwirtschaftlichen Erträge
auswirkt.

In der Schweiz wird im Rahmen des Ökologischen Leistungsnachweises ÖLN die
Biodiversität gefördert. Agroscope-Fachleute haben in diesem Zusammenhang
Elemente wie Blühstreifen für Bestäuber und Nützlinge sowie Buntbrachen
entwickelt resp. optimiert, um die Biodiversität und darauf basierend
Ökosystemdienstleistungen zu fördern.

In der Schweiz tragen dazu u.a. verschiedene Typen von
Biodiversitätsförderflächen wie Hecken, extensiv genutzte Wiesen oder
Blühstreifen bei. Eine hohe ökologische Qualität solcher Flächen ist mitunter
ein entscheidender Faktor.


2. FAZIT:
Diese Elemente allein vermögen jedoch den Biodiversitätsverlust und den damit zusammenhängenden
Verlust von Ökosystemdienstleistungen noch nicht zu stoppen. Es bedürfe also dringend verstärkter
Anstrengungen, so die unmissverständliche Botschaft des Berichts.
In unserer ausgeräumten, maschinengerechten, strukturarmen Kulturlandschaft, zusätzlich durch
Strassen, Schienen und Siedlungen fragmentiert, fehlt oftmals die Vernetzungsfunktion, damit
Wildpflanzen und –tiere sich wie wir Menschen mobil verhalten können. Deshalb läuft aktuell von
verschiedenen Naturschutzorganisationen die Kampagne «Ökologische Infrastruktur».

Warum fehlt der TRANSFER vom Wissen zum Handeln?
Wir nehmen die offensichtlichen, untrügerischen Zeichen unserer Zeit nicht ernst, wir reden vielleicht davon,
vergessen unsere guten Absichten jedoch schnell wieder und handeln wie eh und je weder resilient noch
nachhaltig. Ich denke dabei an das Insektensterben, an den Klimawandel und an den Biodiversitätsverlust.

Über 4'000 Arbeitsstunden hat unser Verein im 2021 in praktische Naturschutz-Einsätze in der Gemeinde
investiert, dabei sind die ganze Administration, die Planung und Rekognoszierungen, die Abrechnungen, das
Sammeln und Aussäen von Wildblumensamen usw. nicht berücksichtigt.
Dies haben wir all jenen Schulklassen, Firmen und Mitgliedern zu verdanken, die bei uns einzelne Tage oder eine
Woche im Einsatz standen. Nicht vergessen zu erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang all unsere 290
Mitglieder und Gönner von 2021,
die uns dies erst finanziell ermöglichten. Ohne diese grosszügige und treue
Unterstützung wäre unsere Arbeit gar nicht denkbar

Dowload Jahresbericht mit Bildern und Verdankungen [2 565 KB]

Bedeutung der Biodiversität

Die biologische Vielfalt
ist für sich alleine schützenswert und gleichzeitig unsere Lebensgrundlage.
Wir nutzen täglich Nahrungsmittel, Trinkwasser, Medizin, Energie, Kleidung oder Baumaterialien.
Intakte Ökosysteme sichern die Bestäubung von Pflanzen und die Bodenfruchtbarkeit, schützen uns
vor Umweltkatastrophen wie Hochwasser oder Erdrutschen, reinigen Wasser und Luft und
speichern das klimaschädliche CO2.

Dank den treuen Helfern/-innen wie Franz Arnold, Jörg Meier und weiteren Personen ist es eine echte
Freude, im hervorragend gut eingespielten Team solch für die Biodiversität äusserst wertvollen
praktischen Naturschutz-Projekte realisieren zu dürfen - verbunden mit der Hoffnung, dass dies noch
viele Jahre von freundschaftlichem Vertrauen und somit zuversichtlichem Erfolg gekrönt werden möge.
Ein ganz besonderer Dank gebührt dem Vorstand, der die von ihm sorgfältig bearbeiteten Ressorts mit
grossem persönlichem Engagement und Sachkenntnissen erledigt hat, dies Simone Monney für die
Zeitungsartikel, Paddy Widmer für die Führung der Buchhaltung, Sepp Schuler für die Inputs aus der
«Landwirtschaft» und Antje Forter für das Verfassen aller Protokolle sowie Matthias Münst für die Führung
der Adressliste. Herzl. Dankeschön! Niklaus Schnell, Präsident «NaturPlus Fischingen


Jahresprogramm 2022

Download Jahresprogramm 2022 hier [25 KB]


naturnahe Gärten

Sie wünschen sich einen originellen, einmaligen Garten oder vielleicht einen ruhigen Ort ... eine Symbiose von natürlicher Dynamik und menschlicher Gestaltung?

Mit freundlicher Unterstützung des Naturschutzvereins Meise von Arbon zeigen wir Ihnen 14 Themenfelder über den naturnahen Garten:

  • Natur vor der Haustür

    Mehr Natur vor der Haustür

  • Bunte Hecken

    heimische Sträucher

  • Ordnung muss sein

    - aber welche?

  • Neobioten

    Die „neuen Lebewesen“

  • Bäumiges

    Mythos Baum

  • Planung und Pflege

    naturnaher Grünräume

  • Spiel und Spass

    Kinder sind handelnde Menschen

  • Feder- und Fledertiere

  • Kleintiere und Insekten

  • Ruderal-, Dach- und Strassengrün

    Die grüne Mütze und Strassengrün

  • Blumenwiesen

  • Wasser


Bio-Produkte aus der Region

   
Appert Regina und Josef
Bio-Landwirtschaft
Steinbruch
8372 Wiezikon
071 966 42 50
j.appert@bluewin.ch
Fleischprodukte
Diverses



Geschenkkörbe

Rauchwürste und Fleisch: tiefgefroren
Eier, Baumnüsse, Dinkelmehl, Dinkelkernen, Konfitüre, Sirup, Kartoffeln, Rüebli, Süssmost, Sauerkraut (ab Ende September)
auf Bestellung
Jeden Mittwoch: frisches Brot
Dünner Daniel
Bio-Landwirtschaft
Hanfgarten
8376 Fischingen
071 977 17 47
Fleischprodukte Jungrindfleisch:
Mischpakete à 5 - 10kg
Enderli & Deiss
Bio-Gemüse-Gärtnerei
Bahnhofstrasse 35
8360 Eschlikon
071 970 09 69
Saisongemüse/ Saisonfrüchte



Gemüse-Setzlinge
Verkauf
Tomaten, Gurken, Lauch, Fenchel, Blumenkohl, Kohlraben, diverse Bohnen und Salatsorten, Basilikum und Erdbeeren

Selbstbedienung Mai bis August
Dienstag + Freitag 14-18 Uhr
Furrer Andri & Patrizia
Bio-Milchschaf-Betrieb
Underhus 1216
8495 Schmidrüti
052 385 35 83
info@brennholz-furrer.ch
Produkte vom Schaf: Lammfleisch-Mischpakete:
5 kg, 10 kg, 15 kg
Auch einzeln zu kaufen:
Buureschüblig
Hamburger
Hirtenwurst / Bratwurst
Hausgemachte Schafmilch-Glacé
Kornhaus zu Vogelsang
Schwalbenstrasse 7
8374 Dussnang
071 971 955 55 95
https://www.korn.haus/
Bistro Gartenwirtschaft
Bio-Bäckerei
Schreinerei
Farben aus Bienenwachs und Pflanzen
Spezialisiert auf biologische Produkte:
Bio-Laden «Bio-Fachgeschäft»
Pestalozzistr. 2
9500 Wil
071 911 55 10
Lehotsky Ursula & Václav

KAG – Freiland-Betrieb

Bruederwald
9613 Mühlrüti SG
071 983 38 88
Produkte vom Schaf







Produkte vom Rind
Milch, Chäsli und Brie (direkt vom Hof) Trockenwürste, Mostbröckli, Bratwürste, Salametti, Salami, Schüblig
Mischpakete (Lamm): 2.5kg, 5-6kg, 10-12kg
Schafwolle für den Verein FIWO
Schaffelle weiss & braun, waschbar

Jungrindfleisch aus Mutterkuhhaltung, Mischpakete: 5kg, 10kg, 20kg (direkt vom Hof)
Grill-Schüblig, Bratwürste
Schuler Josef
Bio-Landwirtschaft
Hohlenstein
8376 Au-Fischingen
071 977 15 73
Fleischprodukte Mostbröckli, Buureschüblig
Weidegitzi: Mischpakete ab 4kg
Natura-Beef: Mischpakete ab 10kg
Stamm Moritz
Bio-Landwirtschaft
ProSpecieRara
Vorder Anderwil 2
8376 Au-Fischingen
071 977 20 50
Produkte vom Engadiner-Lamm: Misch-Paket Lammfleisch:
7 kg, 14 kg
Trockenfleisch:
Mostbröckli, Salami
Lamm-Felle
Zbinden Brigitta &
Gaberthüel Müffel
Heurütihof
8499 Sternenberg
052 386 20 40
heuruetihof@hotmail.com
Milch- und Fleischprodukte


Diverses
Milchschaf-Lammfleisch (Schlachtkörper halb oder ganz), ca.14-22kg
Schafkäse, halbhart, ein Laib ca. 1.5-2kg,
Milchschaf-Lammfelle (auch waschbare Medizinal- & Babyfelle)
Die Bio-Milch aus unserer Region wird von der Molkerei Biedermann in Bischofszell verarbeitet. Diese Milchprodukte werden u.a. in den Volg-Läden angeboten.
Wir Bio-Produzenten und Vermarkter würden uns freuen, auch Sie zu unserem Kundenkreis zählen zu dürfen.


Projekte und Berichte

  • Kobolde der Nacht
  • GV 2019
  • GV 2020
  • Nisthilfen für Weisstörche
  • Einsatz im Steinenbachtal
  • Muskelkater für die Natur
  • Reptilien-Pfad in Oberwangen
  • Exkursion Mehlschwalben und Mauersegler 2021
  • Nisthilfen für Raufuss-Käuze in Fischingen

In den Frühlingsferien 2019 bot NaturPlus Präsident Niklaus Schnell einen Workshop zum Thema Fledermäuse an.

Dieser Anlass fand im Rahmen des Ferienprogramms Dussnang statt, welches von der örtlichen Lubi organisiert wurde.
Neun interessierte Schüler und Schülerinnen durften an diesem Morgen unheimlich spannendes über diese heimlichen Tiere erfahren. Begleitet wurden sie von Monika Sommer. Zu Beginn gab es einen informativen theoretischen Teil.

Sie sehen mit den Ohren und fliegen mit den Händen

Bei Anbruch der Abenddämmerung kriechen sie aus den Ritzen und Spalten, wo sie tagsüber versteckt ihren Schlaf gehalten haben. Fledermäuse, welche mit Mäusen ausser dem Fell und dem Namen nichts gemeinsam haben, müssen jede Nacht etwa ein Drittel ihres Körpergewichtes fressen, überwiegend Falter und Insekten. Während sie sich durch die Lüfte schwingen orientieren sie sich über Ultraschall. Die geschickten Flugakrobaten sind sogenannte "Handflügler". Als einzige Säugetiere besitzen sie die Fähigkeit zum aktiven Fliegen mit den elastischen Flughäuten, die sie mit ihren Mittelhand- und Fingerknochen aufspannen können.
In der Schweiz gibt es 30 verschiedene Arten von Fledermäusen, was rund ein Drittel aller heimischer Säugetieren ausmacht. Von der kleinsten "Zwergfledermaus", die 3 cm misst, bis zum 10 cm grossen "Abendsegler".

Basteln, Falten, Steine schleppen

Im Anschluss durften die Kinder an verschiedenen Posten zum Thema aktiv werden.
Fledermäuse wurden gestempelt und gefaltet. Es wurden aber auch Tätigkeiten angeboten, welche die Kinder das Leben der Fledermaus noch besser erfahren liess.
Anhand einer Personenwaage konnten die Kinder z. B. ein Drittel ihres Körpergewichts errechnen, um dann so viele Steine vom Wald herschleppen, bis dieses Gewicht erreicht war. Ein beträchtlicher Haufen!
Kurz vor dem Mittagessen wurden die Kinder mit hungrigen Bäuchen aber geistig gut genährt nachhause entlassen.
Und wenn die Kinder in Zukunft am nächtlichen Himmel Fledermäuse fliegen sehen, wissen sie jetzt vieles, was sie ihren Eltern, Freunden und Grosseltern über diese heimlichen Kobolde der Nacht erzählen können.

Der Reptilienweg zwischen dem Forsthof Oberwangen und Fischingen muss regelmässig gepflegt werden.

Es herrscht geschäftige Stimmung, während die Schülerinnen und Schüler mit Schaufel und Pickel hantieren. Schon sind mehrere anschauliche Steinhaufen entstanden welche als Überwinterungshilfe für die Schlangen dienen. Dafür musste zuerst ein Loch ausgehoben oder ein bestehendes erweitert werden, um dann mit grossen und später mit kleineren Steinen aufgefüllt zu werden. Dazwischen sogenannte Tränken, bei denen auf den Steinen noch Äste aufgeschichtet wurden. Letztere sollen das Wasser auffangen und bündeln, damit genug Flüssigkeit vorhanden ist für die Tiere, kann ein Jugendlicher genau erklären. Auch für die Eidechsen wird gesorgt mit steinigen Sandflächen. Eine grosse Herausforderung bei der gesamten Arbeit bilden zähe Wurzelstrunke, welche sich kaum aus der Erde entfernen lassen. Dies erfordert kreative Lösungen, Ausdauer und viel Kraft der Schülerinnen und Schülern. Fast einstimmig findet die Klasse dennoch, dass dieser Einsatz ein guter Ausgleich zum vielen Sitzen in der Schule sei. Wenn nur diese vielen Wurzelstöcke nicht wären. "Beim Herausreissen von diesen wären wir (sinnbildlich) fast gestorben".

Neue Wildblumenwiese

Wirklich gestorben sind hingegen im Mittelalter die Menschen, welche an Lepra erkrankt sind. Für diese Aussätzigen wurde damals auch in Dussnang ein Siechenhaus gebaut. Genau an der Stelle, wo jetzt das Stufenpumpwerk "Kreuzacker" steht. Hier soll eine Wildblumenwiese entstehen, deshalb trägt hier die zweite Gruppe der Gymi-Klasse mit Hilfe von Grundstückbesitzer Peter Würmli das Gras ab und schichtet die schweren Erdklumpen auf einen grossen Haufen. Die jungen kommen schnell voran. Sie müssten nicht so viel arbeiten, meint eine Schülerin. Aber alles, was sie machen müssten sei strenge körperliche Arbeit vor allem für die Arme. "Wir werden wohl muskelbepackt nachhause kommen" meint sie lachend.
Simone Monney

Die diesjährige Hauptversammlung von NaturPlus Fischingen am 08. Mai stand ganz im Zeichen der biologischen Vielfalt.
Der Filmemacher Ruedi Plattner zeigte zum Abschluss passend zum Thema sein neuestes Werk: «Ein kleiner Einblick in das Insektenleben».

Der Schlüssel zu natürlichem Reichtum

23 Vereinsmitglieder von NaturPlus Fischingen versammelten sich im gemütlichen Bistro Dorf 16 in Dussnang. Auf den Tischen waren Blumentöpfe bepflanzt mit Frühlingsschlüsselblumen verteilt. Genug für jeden zum Mitnehmen. Diese seien nicht zu verwechseln mit der Waldschlüsselblume, so Niklaus Schnell, Präsident vom Verein.

Die Frühlingsschlüsselblume sei eine geschützte Wildblume mit wertvoller Heilwirkung. Sie gedeihe an warmen Standorten mit nährstoffarmem Untergrund und sei unter anderem wichtige Nahrungsquelle und Ei – Ablageplatz für den bedrohten Frühlingsscheckenfalter. In Magerwiesen und auf trockenen Waldböschungen finde dieser optimale Bedingungen. Durch die intensive Landwirtschaft würden solche wichtigen Lebensräume jedoch immer mehr verschwinden.


Gefährdungsgebiet Schweiz
In der Schweiz stehe es besonders schlecht um die Biodiversität. Sei doch die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten im höchsten Grad bedroht. Innerhalb von diesem Gefährdungsgebiet gebe es in der Gemeinde Fischingen TG wiederum die grösste Vielfalt (Band Nr. 69 «Biodiversitätsmonitoring Thurgau 2018» der Thurgauer Naturwissenschaftlichen Gesellschaft).

Dies solle uns ermutigen, weiter zu machen. Weiter die jährlich wiederholten Natureinsätze zu leisten, damit neue Lebensräume für bedrohte Arten entstehen können und vorhandene gepflegt und erhalten werden.


Jugendnaturschutz
Auch in den Schulen wird das Thema Biodiversität vermehrt aufgegriffen. Schon einige Klassen wurden von Niklaus Schnell und engagierten Vereinsmitgliedern begleitet und betreut bei Natureinsätzen. NaturPlus Fischingen möchte sich in Zukunft noch mehr im Bereich Jugendnaturschutz einsetzen.

Im laufenden Jahr sind 4 Natureinsätze mit Schulklassen unter der Führung von NaturPlus Fischingen geplant. Diese finden in Form eines Klassenlagers statt und dauern jeweils eine Woche.
Doch weil der Verein für die Übernachtungen der Schüler aufkommen muss, wird ihn dies finanziell belasten. Das Vermögen wird schrumpfen. Deshalb werden diese Aktionen in Zukunft auf zwei Klassen pro Jahr beschränkt. Mögliche Finanzierungsvorschläge werden zudem an diesem Abend diskutiert.

Film von Ruedi Plattner «Ein kleiner Einblick in das Insektenleben»
Nach einer kurzen Pause durften die TeilnehmerInnen zurücklehnen und sich von Ruedi Plattner an extensiv gepflegte Orte der Region entführen lassen, wo sich die die Natur noch in ihrer ganzen Vielfalt präsentiert. Insekten wie z. B. Schmetterlinge, deren Namen nicht weniger vielfältig sind, tummeln sich in paradiesischen Verhältnissen.

Mit solch idyllischen Bildern berührt Ruedi Plattner gewiss viele Zuschauer und erzielt somit die gewünschte Wirkung; dass sich das Publikum etwa sagt: «Dieser natürliche Reichtum ist so wertvoll! Deshalb müssen wir die Natur schützen, damit sie uns erhalten bleibt».

Simone Monney

Ein Verein der bewegt

Dussnang - An der 18. Hauptversammlung von NaturPlus Fischingen am 7. September 2020 blickt der Präsident Niklaus Schnell auf ein bewegtes Vereinsjahr 2019 zurück. Verschiebung gibt es auch im Vorstand, wo nach einem Austritt erneut ein Biobauer Einzug hält.
Der Blick auf 2019 führt uns ein breit gefächertes Vereinsjahr mit zahlreichen Arbeitseinsätzen vor Augen. Da wurde z. B. an kühnen Steilhängen gemäht, Gras und Humus für Wildblumenwiesen abgetragen, Lehmtümpel für Gelbbauchunken gesäubert.

Frühmorgens begab man sich auf die Suche nach dem Gartenrotschwanz und abends wurde nach Waldschnepfen gefahndet.
Als Teil des Ferienpasses wurde Kindern das Leben der Fledermäuse begreiflich gemacht und gemeinsam dem Biber aufgespürt.
Das Angebot von Natureinsätzen für Schulklassen erfreut sich zudem immer grösserer Beliebtheit.

Zum Schluss der Versammlung verabschiedete der Vorstand Daniel Kläger, Bio Landwirt vom Cheerhof. Acht Jahre hat er den Verein mit wertvollen Informationen von Seiten der Land- und Viehwirtschaft versorgt. Die Vorstandsmitglieder dankten und wünschten ihm viel Erfolg für die Zukunft!

Für seinen freigewordenen Platz wurde Josef Schuler vom Hohlenstein bei Allenwinden, ebenfalls Bio Landwirt, einstimmig gewählt. Die Vorstandsmitglieder hiessen ihn herzlich willkommen und gratulierten ihm ohne Händeschütteln!

Simone Monney



Nisthilfen für Weisstörche in Wängi

Seit einigen Jahren brütet ein Weissstorchenpaar auf dem Kamin der Weberei. Mit etwas Glück ist derzeit wieder zu
sehen, wie ein Junges den Kopf aus dem Nest streckt.

Um 1950 verschwand der Weissstorch aus der Schweiz. Durch ein Wiederansiedlungsprojekt wuchs
der Bestand des Schreitvogels seit 1960 langsam aber stetig auf heute über 200 Paare an.
Die Nahrung der Weissstörche besteht aus Kleinsäugern, Amphibien, Würmern und Insekten.

Bei der seit einigen Wochen in Wängi zu beobachtenden Storchengruppe handelt es sich gemäss der
Gesellschaft Storch Schweiz um Jungstörche des letzten Jahres. Diese halten Ausschau nach einem
geeigneten Nistplatz, um im nächsten Jahr eine Familie zu gründen.

Nisthilfen für Weisstörche können recht einfach angebracht werden.

Freistehende Einzelbäume, welchen der Spitz fehlt, oder ein nicht zu flaches
Dach sind mögliche Starthilfen für diese sympathischen Vögel.

Horstunterlage aus Astballen

Zwei Holzbündel mit Astballen von ca 120 cm Länge und 40 cm Durchmesser werden über den
First gelegt (siehe Abbildung).
Verschmutzungen mit Kotspuren werden mit dem
Regen weggewaschen und verursachen keine
Schäden.

Es könnten lediglich kleine Holzäste in die Dachrinne gelangen. Diese müssten im Herbst entfernt werden.

Mit geeigneten Nisthilfen und einem guten Nahrungsangebot lassen sich vielleicht im nächsten Jahr
mehrere dieser wunderbaren weiss-schwarzen Vögel in Wängi nieder. Dann erfreuen sie uns
weiterhin, wenn sie stolz durch die Lüfte schwingen oder auf ihren langen Beinen bei der
Nahrungssuche über die Wiesen laufen.
Sind Sie interessiert, eine Nisthilfe anzubringen? Auf den Webseiten der Vogelwarte Sempach und
der Gesellschaft Storch Schweiz finden Sie viele Informationen.

9 Sensen-Mäher mähen einen Steilhang Sept. 2020

Unter Anleitung von Niklaus Schnell, Präsident von NaturPlus Fischingen

leisteten dieses Jahr vier Schulklassen (in Form einer Sozial–Lager–Woche) einen wertvollen Beitrag an die Biodiversität. Eine davon ist die Gymi-Klasse von Peter Sutter aus dem Aarau, welche am 24. September 2019 ihre Kräfte für die Amphibien und eine Wildblumenwiese einsetzte. Zusätzlich wurden die Jugendlichen von Helfern des obigen Vereins unterstützt.

15 farbige metallene Dreh-Tafeln

mit entsprechend passenden Fotos, ergänzen seit Ende Okt. 19 den Reptilien-Pfad entlang des Murgwegs zwischen Oberwangen in Richtung Fischingen.
Auf der Vorderseite jeder Tafel regt eine kurze Frage zur einheimischen ungiftigen Ringelnatter zum Überlegen an, welche auf der Rückseite der Drehtafel allgemein verständlich beantwortet wird. Dieser spielerische Effekt des Drehens spricht speziell Kinder und Jugendliche an, was insbesondere für Familien in der Region attraktiv wirkt.
Warum diese 15 informativen Stationen, die jeweils 20 m voneinander entfernt sind?

Entlang der Murg von Fischingen bis Sirnach und vermutlich weiter flussabwärts, hat seit hunderten von Jahren eine überlebensfähige Population von Ringelnattern in der ehemaligen weiten Sumpf- und Moorlandschaft zwischen Wil - Littenheid - Mooswangen - Dussnang - Itaslen - Bichelsee-Balterswil - Eschlikon - Seelmatten - Neubrunn - Turbenthal entlang der Schmelzwasserrinne des ehemaligen Thurverlaufs vor mehr als 10'000 Jahren überleben können.

Die Kenntnis über dieses Vorkommen hat NaturPlus Fischingen 2010 dazu bewogen, einen 500 m langen Reptilienpfad mit 7 Reptilienburgen als Versteck-, Nahrungs- und Überwinterungsplätze zu bauen,

um die heute auf der Roten Liste stehenden und daher national gefährdeten Ringelnattern mit geeigneten Aufwertungsmassnahmen zwischen Oberwangen und Fischingen zu fördern, was auch mit Zufalls-Beobachtungen bestätigt wurde.

Dank den wertvollen mit bis zu 10 m hohen Baumrinden-Haufen der Sägerei Thaddey in Fischingen, in denen vermutlich jährlich Ringelnatterweibchen ihre 10 – 20 ovalen, papierenen, schneeweissen Eiklumpen eingegraben vor Fressfeinden verstecken - und zwar der Sonne zugewandten Seite, damit diese und die Gärungswärme des Holzschnitzelhaufens die Eier ausbrütet - konnte sich der Ringelnatterbestand selber reproduzieren und dürfte, so ist zu hoffen, für die nahe Zukunft gesichert sein.

Wiederum dank dem freundlichen Entgegenkommen von Christoph Ammann und Roger Hollenstein vom Forstbetrieb Fischingen-Tobel durfte NaturPlus Fischingen den Reptilienpfad mit Info-Drehtafeln realisieren.
Da diese Infotafeln bis 2018 im Naturschutzgebiet "Lengwiler Weiher" von Pro Natura TG standen und NaturPlus Fischingen diese geschenkt erhalten hat, können diese nun weitere Spaziergänger und Pilger auf dem St. Jakobsweg nach Fischingen erfreuen.

Auch ist zu hoffen, dass nun Private, Firmen und Gemeinden im Südthurgau in ihren (Natur-)Gärten solch strukturreiche Kleinstlebensräume für Ringelnattern, Zaun- und Waldeidechsen sowie Blindschleichen bauen werden, um der von uns Menschen arg ausgebeuteten Natur auch in unserer Region wieder zu frischem Aufwind zu verhelfen. Niklaus Schnell berät Sie gerne gratis.

von links nach rechts: Sepp Brunschwiler, Franz Arnold, Matthias Münst, Markus Stark, Jörg Meier, Ralph Widmer

Sie erobern das Glück im Fluge

Dussnang - Am Mittwoch, 2. Juni begaben sich eine Handvoll Interessierte auf die Suche nach Nistplätzen von Mauerseglern und Mehlschwalben. Organisiert wurde diese Exkursion von NaturPlus Fischingen. Geführt von dessen Präsident Niklaus Schnell.






Langstreckenflieger sind sie beide. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie ihre Nester ausschliesslich unter Dächern von Gebäuden bauen. Weil aber bei Sanierungen von alten Gebäuden und bei Neubauten die Fassaden in der Regel vollständig zugemauert werden, finden die Mauersegler keine Einfluglöcher mehr und an den meist glatten Oberflächen, welche durch Verputz oder durch den Einsatz von viel Glas entstehen, haften die Nester der Mehlschwalben nicht. Hier kann Abhilfe geschaffen werden durch Nistkästen und künstliche Nester, welche an Gebäudefassaden angebracht werden.

10 x zum Mond und wieder zurück

Ein Gebäude mit idealen Bedingungen für das Nisten von Mauerseglern finden die Teilnehmenden der Exkursion in Itaslen. Dort ziehen die Vögel jedes Jahr zwischen April und August hinter den Mauern der alten Stickerei von Elsbeth Rupper ihre Jungen auf. Bereits im August machen sich die Segler auf den Weg zu ihrem Winterquartier im Süden von Afrika. Sämtliche Tätigkeiten wie Jagen, Schlafen, sich Paaren üben diese Vögel in der Luft aus. Selbst für den Nestbau werden feine Materialien wie Federn und Grashalme aus der Luft gefischt. In ihrem 20-jährigen Leben fliegen diese Vögel streckenmässig etwa 10-mal zum Mond und wieder zurück.

Am alten Gebäude der Firma Von Rotz Tannegg hängen über ein halbes Dutzend Nistkästen. Bernadette Oberholzer erzählt, dass in 10 Öffnungen unter dem Dach Nester von Mauerseglern gesichtet worden waren und hinsichtlich des möglichen Abrisses des alten Gebäudes wurden Nisthilfen angebracht, weil diese dann auf ein neues Gebäude umgesiedelt werden können. Die Vögel nahmen das Angebot an und je nach Wetter und Tageszeit schwirren Schwärme von Mauerseglern herum. Die Zielsicherheit der Vögel fasziniert. Fliegen sie doch in einem zügigen Tempo direkt in die kleinen Löcher von ca. 3 cm Durchmesser.

Wo die Schwalbe nistet am Haus ist das Glück zu Haus (Sprichwort)

Auch Mehlschwalben legen tausende von Kilometern zurück, wenn sie ebenfalls zwischen August und April in den Süden Afrikas fliegen. In der kurzen Zeit, in der sie für die Brut sesshaft werden bei uns, finden sie beste Bedingungen im Bennenmoos und Freihof bei der Familie Stump. Da reihen sich selbstgebaute und Kunstnester unter den Dächern von Haus und Stall aneinander.

Neben geeigneten Fassaden sind Wasserpfützen auf lockerem, schlammigem Untergrund wichtig für das Nisten der Mehlschwalben. Daraus fischen sie Lehm und Steinmehl für ihren Nestbau. Eine solche Pfütze pflegt die Familie im Bennenmoos beim Stalleingang. Bei trockener Witterung begiessen sie diese eigens. Und weil das Wetter und die Abendzeit scheinbar stimmte, wurde den BesucherInnen der Exkursion ein eindrückliches Schauspiel geboten. Unzählige Mehlschwalben kreisten fröhlich vor dem Abendhimmel über den Köpfen der Beobachtenden.

Heute ist es besonders wichtig, dass vielfältige Nistplätze erhalten bleiben oder geschaffen werden, um damit der Vogelwelt weitere Höhenflüge zu bescheren.





Simone Monney

Was für ein Schrei?
Unlängst vor einem Monat haben ein Kollege und ich ein auffallend kräftiges, seltsames Schreien im Wald gehört, das wir beide als Wildtier-Interessierte noch nie so unmittelbar nah bewusst wahr- genommen hatten. – Einer Krähe oder einer Eule ähnlich? – Oder doch eher einem Säugetier ähnelnd?

Plötzlich entdeckten wir in 200 m Distanz eine Rehgeiss, die sich hinter einem Hügel vor uns in Sicherheit begeben hatte. – Ihr Kitz, ganz unsicher und wackelig auf den Beinen, schrie unentwegt weiter. Was war wohl der Grund?

Die Stimme eines Raufuss-Kauz-Männchens
Ein ebenso spektakuläres Hör-Erlebnis hatte ein Kamerad im Raum Au oberhalb Fischingen.
Er hörte während mehreren Jahren im Frühling eine ziemlich schnelle Folge von fünf bis sechs gleich hohen, trillernden, von fern an den Wiedehopf erinnernden «bububu»-Rufen, der Endton meist leiser.
Mit einer CD der Vogelwarte Sempach konnten wir diesen geheimnisvollen Nachtvogel - eine Eule - identifizieren. Ein Raufuss-Kauz! (siehe Foto) Wie sein Name sagt, sind seine Füsse bis zu den Zehen befiedert.

Lautloses Fliegen
Geräuschlos fliegt der Kauz in der Abenddämmerung und in der Nacht. Fliegen allein ist für uns Menschen schon faszinierend - aber lautlos sich in der Luft zu bewegen ist genial und für Eulen sogar überlebenswichtig.
Zwei entscheidende Anpassungen bei den Flügeln führen bei den Eulen zum Jagd-Erfolg:
Erstens sind die Federn samtig weich und die Aussenkante der Federn ist ausgefranst.
Zweitens haben Eulen im Verhältnis zum restlichen Körper grosse Flügel. Dadurch brauchen sie weniger Flügelschläge, um den fürs Fliegen nötigen Auftrieb zu generieren. Weniger Bewegung in der Luft bedeutet weniger verräterische Geräusche.

Sichtbeobachtung und Verbreitung
Gemäss dem neuen Brutvogelatlas der Vogelwarte Sempach von 2018 leben in der Schweiz nur 1000 – 3000 Raufusskauz-Brutpaare. Trotzdem steht er nicht auf der Roten Liste.
Er bewohnt Bergwälder, vorzugsweise Nadelwälder und verschläft den Tag versteckt in Nadelbäumen.
Obwohl z.B. der Waldkauz mit 6000 – 8000 Brutpaaren in der Schweiz weit verbreitet ist, bekommt man all diese «Jäger der Nacht» in freier Wildbahn nur sehr selten zu Gesicht.
Trotz dieser Tatsache gelang einem Kollegen diesen Frühling 2021 im Raum Au eine zufällige Sichtbeobachtung eines Raufusskauzes. Bei uns in der Gemeinde Fischingen dürfte dieser Kauz selten sein, da bei uns die Grenze seines Verbreitungsgebietes erreicht ist. Sein Areal beschränkt sich nämlich auf den Jura, wo langfristig ein starker Rückgang zu befürchten ist, auf die Voralpen und die Alpen.

Nahrung
Lokal unterliegt der Bestand des Raufusskauzes grossen Schwankungen von Jahr zu Jahr, die durch das wechselnde Angebot an Waldmäusen hervorgerufen werden. Bei Nahrungsmangel weicht er auf Spitzmäuse aus.

Eulen sehen im Dunkeln mit den Ohren
Obwohl die Eulen zwei- bis dreimal besser als wir Menschen sehen, ist nicht etwa ihre Sehkraft der herausragendste Sinn , sondern ihr Gehör. Gerade bei Eintritt der Dunkelheit, wenn die Jagd nach Mäusen beginnt, muss sich die Eule auf ihr Gehör verlassen können. Denn bei zunehmender Finsternis sehen auch die empfindlichsten Eulenaugen zu wenig. Ähnlich eines Parabolspiegels nehmen Eulen mit Hilfe ihres Gesichtsschleiers kleinste Geräusche wahr. Dieser auffallende Gesichtsschleier ist ein Kranz besonders fester Federn.
Aufgrund der asymmetrisch angeordneten Ohröffnungen nehmen Eulen akustische Signale zu zwei unterschiedlichen Momenten wahr, können diese Differenz blitzschnell erfassen und den Ursprung des Geräusches orten. Dabei reicht eine Zeitverzögerung von nur 0.003 Millisekunden.
Trotzdem sind auch die Augen der Eulen wahre Präzisionsinstrumente: Damit Eulen auch bei wenig Licht noch Beute jagen können, sind ihre Augen äusserst lichtempfindlich und riesengross. Sie nehmen rund ein Drittel des Kopfes ein. Hätten wir Menschen ähnlich bemessene Augen, wären sie so gross wie Äpfel.

Mangel an Baumhöhlen - Nistkästen als Ersatz
Entsprechend dem Angebot an Schwarzspecht-Baumhöhlen brütet der Raufusskauz bevorzugt in alten Rotbuchen, aber auch in Nadelbäumen. Da er gerne geeignete künstliche Nistkästen annimmt, fühlt er sich in Laub-, Misch- und Nadelwäldern wohl.

Forstwirtschaft fördert den Raufusskauz mit dem Schutz natürlicher Höhlenbäume und Altholzbeständen
Waldbesitzer können dem Raufusskauz und vielen weiteren Vogel-, Säugetier- und 1000 Holz-Käfer-Arten bedrohlich zusetzen, wenn sie Höhlenbäume und Altholz-Inseln fällen.

Wer baut solche Nisthilfen? - Wer steht Pate für solche Nisthilfen?
Niklaus Schnell vom Naturschutzverein «NaturPlus Fischingen» nimmt gerne mit spendenfreudigen Sponsoren und freiwilligen Handwerkern Kontakt auf. - 071 – 977 10 39
Niklaus Schnell nimmt gerne Hinweise zum Vorkommen von 7 verschiedenen Eulen-Arten im Südthurgau entgegen.
Text und Fotos (folgen) : Niklaus Schnell


Links

Weiterführende Hilfe

Hintergrundinformationen
www.bafu.admin.ch Strategie Biodiversität Schweiz und Aktionsplan
www.biodivercity.ch Biodiversität im Siedlungsraum
www.naturschutz.ch Das Naturschutzportal der Schweiz
www.ig-landschaft.ch Verschiedenes zu Natur und Landschaft in der Gemeinde
www.infospecies.ch Verbund der faunistischen und floristischen Daten- und Informationszentren der Schweiz
www.karch.ch Informationen zu Amphibien und Reptilien der Schweiz
www.lawa.lu.ch/NJF Informationen zu Naturschutz (Kanton Luzern)
www.naturschutz.zh.ch/gemeinde Verschiedenes zu Biodiversität in den Gemeinden (Kanton Zürich)
www.naturschutzdienst-bl.ch Naturschutzgebiete des Baselbiets (Kanton Basel-Landschaft)
www.naturwissenschaften.ch Das wissenschaftliche Kompetenzzentrum für die Biodiversität in der Schweiz
www.stadtwildtiere.ch Hintergrundinformationen und Projekte zu Wildtieren in der Stadt
www.vlp-aspan.ch Schweizerische Vereinigung für Landesplanung
www.vssg.ch Kompetenzzentrum für das öffentliche Grün der Gemeinden
www.wildbee.ch Netzwerk, Plattform und Gemeinschaftsprojekt zum Schutz der Wildbienen

Handlungsanleitungen
www.bauen-tiere.ch Wildtiere im Siedlungsraum – Umsetzungshilfe für Baufachleute und Bauherren
www.birdlife.ch/biodiversitaet Informationen zur Kampagne Siedlungsbiodiversität
www.festivaldernatur.ch Die Schweizer Erlebnisplattform für Biodiversität
www.fledermausschutz.ch Angebote zum Fledermausschutz
www.luzerngruent.stadtluzern.ch Beratungsangebot und Kampagnen zu Natur im Siedlungsraum (Stadt Luzern)
www.naturama.ch Beratungsstelle Natur im Siedlungsraum
www.pronatura.ch/biodiversitaet Kampagnen
www.pro-igel.ch Angebote zum Igelschutz
www.vogelwarte.ch Förderung von Lebensräumen für Vögel
www.wwf.ch/ Diverse Handlungsanleitungen für Gemeinden

Weiterbildungsangebote
www.naturama.ch Weiterbildungsangebote und Kampagnen
www.pusch.ch Weiterbildungsangebote und Umsetzungsbeispiele
www.sanu.ch Weiterbildungsangebote

Landwirtschaft
www.agridea.ch Informationen zur naturnahen Landwirtschaft
www.fibl.org Wissenschaftliche Hintergründe zur naturnahen Landwirtschaft
www.hochstamm-suisse.ch Informationen zum Lebensraum Hochstamm

Wald
www.waldwissen.net Wissenschaftliche Hintergründe zum Lebensraum Wald
www.wsl.ch/ Studie zu Biodiversität im Siedlungsraum

Garten
www.bioterra.ch Wissenswertes zum naturnahen Garten
www.naturgarten.org/ Verein für naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung
www.energie-umwelt.ch/haus/garten Garten-Charta

Samenmischungen, einheimische Gehölze, seltene Arten
www.fructus.ch Alte Obstsorten
www.prospecierara.ch Förderung der kulturhistorischen und genetischen Vielfalt von Pflanzen
www.wildblumenburri.ch Produktion von Saatgut und Topfpflanzen von regionalen Wildpflanzen
www.wildstauden.ch Kultivierung und Verkauf von regionalen Wildstauden
www.regioflora.ch Portal zur Förderung der regionalen Vielfalt im Grünland

Zertifizierungen
www.gruenstadt-schweiz.ch Zertifizierung von Städten
www.hochstamm-suisse.ch Label für Produkte aus Schweizer Hochstammobstgärten
www.naturundwirtschaft.ch Zertifizierung von Firmenarealen, Siedlungen und Kiesgruben
www.bioterra.ch Liste von zertifizierten Naturgärtnereien

Literatur
Natur schaffen

Ein praktischer Ratgeber zur Förderung der Biodiversität in der Schweiz (ISBN: 978-3-258-07960-8)
Förderung der Biodiversität im Siedlungsgebiet
Gute Beispiele und Erfolgsfaktoren (ISBN: 978-3-258-07994-3)
Biodiversität auf dem Landwirtschaftsbetrieb
Ein Handbuch für die Praxis (ISBN 978-3-03736-308-9)


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letzte Aktualisierung am Sonntag, 24. Juli 2022